Volksinitiative zur Rettung der WIA beschlossen

Gewerkschaftsbund Thun nimmt Verantwortung als Stifter wahr  
 
Die Delegierten des Gewerkschaftsbundes Thun (GBT) haben an der gestrigen Delegiertenversammlung klar ihre Besorgnis über die Zustände in der WIA AG gezeigt. Dem Missmanagement infolge der Privatisierung soll mittels Reintegration der Altersheime in die städtischen Strukturen Einhalt geboten werden. Die Lancierung einer entsprechenden Volksinitiative wurde klar beschlossen. Der GBT will so seine Verantwortung als Stifter der WIA wahrnehmen.  
 
Bereits letzte Woche äusserte sich die Geschäftsleitung des GBT besorgt über die Entwicklungen in der WIA AG. Eine entsprechende Medienmitteilung wurde am 26. März 2013 veröffentlicht. Die Geschäftsleitung beantragte daher an der heutigen DV den Delegierten verschiedene Massnahmen zur Verbesserung der Zustände in den Altersheimen der WIA und zugunsten des Personals wie auch der Bewohnerinnen und Bewohner.  
 
Volksinitiative zur Reintegration der WIA klar beschlossen
Die heute diskutierten Missstände traten allesamt nach der Privatisierung der städtischen Altersheime 2007 auf: Die Aufteilung der Altersheime in eine AG für den laufenden Betrieb und in eine Stiftung als Besitzerin der Liegenschaften führte zu teils bizarren Kompetenzstreitigkeiten. Während Jahren traten auch massive interne Konflikte auf, welche zum Abgang einer Reihe von Kadermitarbeitern führte. Von der gescheiterten Wachstumsstrategie der letzten Jahre zeugt die überdimensionierte Geschäftsstelle, an welche die WIA vertraglich zu hohen Mieten bis 2019 gebunden ist. Das Missmanagement geht bis heute weiter. So ist es beispielsweise immer noch unklar, wo die heutigen Bewohnerinnen und Bewohner des Altersheim Falken nach dem bereits erfolgten Verkauf unterkommen sollen. Zwei Ideen sind bereits gescheitert, nun schlägt die WIA eine Unterbringung in Pavillons vor. Dabei ist völlig unklar, wo diese Pavillons zu stehen kommen sollen oder was unter Pavillons genau zu verstehen ist. Entsprechend besorgt, zeigten sich die Delegierten in der Diskussion. Frieda Baumgartner, ehemaliges Mitglied der städtischen Kommission für Wohnen im Alter meinte, dass die frühere Organisation eine bessere Kontrolle über die Arbeit des Verwaltungsrats ermöglicht hätte. Einem Missmanagement wie heute hätte früher Einhalt geboten werden können. Weitere Voten fielen dahingehend aus, dass in einer Mehrheit der Kantone die Altersheime nie privatisiert worden sind und dort keine Probleme wie in Thun aufträten. Explizit wurde das Beispiel von Luzern genannt, wo die Heime der Stadt Luzern ohne Privatisierung erfolgreich funktionieren. In Zürich wurde eine beschlossene Auslagerung sogar wieder rückgängig gemacht.   Am Ende einer engagierten, aber eindeutigen Diskussion, fiel der Entscheid der Delegiertenversammlung klar aus, mit den Stimmen aller vier Einzelgewerkschaften: Der GBT soll eine Initiative zur Reintegration der WIA in die städtischen Strukturen lancieren. Die Geschäftsleitung erhielt den Auftrag, zusammen mit weiteren verbündeten Organisationen und Parteien einen entsprechenden Text zu formulieren. Mit dem Sammeln soll so rasch als möglich begonnen werden können.  
 
Einsitz in den neuen Stiftungsrat angestrebt
Der heutige Verwaltungsrat der WIA AG konnte die Situation nach dem Eklat 2011 nicht beruhigen und den eigenen Erwartungen nicht gerecht werden. Zuletzt litt auch das Personal darunter, als die Gespräche mit der Unia über einen GAV trotz schriftlicher Zusage abgebrochen wurden. Die neue Stiftung unter die Kontrolle des heutigen Verwaltungsrats zu stellen würde bedeuten, dass heutige Missmanagement weiterzuführen. Deswegen beauftragte die Delegiertenversammlung den Vorstand des GBT für seine Sitzung im April, hinsichtlich der Stifterversammlung vom 29. Mai die Kandidaturen für den Stiftungsrat zu prüfen und sich eine eigene Kandidatur vorzubehalten. Als Stifter müsse der GBT bereit sein, die Verantwortung gegenüber den Bewohnerinnen und Bewohner der WIA Altersheime wahrzunehmen.  
 
Zurück an den Verhandlungstisch
Zum Schluss haben die Delegierten einstimmig die WIA Führung aufgefordert, die Verhandlungen über einen betrieblichen GAV wieder aufzunehmen. Die Belegschaft hat sich für Verhandlungen über einen GAV ausgesprochen. Dieses Anliegen gilt es zu respektieren und zwar in der Form, wie es die Belegschaft gewählt hat, mit der Unia als Vertreterin ihrer Interessen. Der GBT unterstützt die Belegschaft in diesem Vorgehen.   
 

Über den Gewerkschaftsbund Thun   Im Gewerkschaftsbund Thun (GBT) sind alle wichtigen Gewerkschaften in Thun und Umgebung zusammengeschlossen (Unia, VPOD, SEV, Syndicom). Gemeinsam vertreten diese über 3’600 Mitglieder auf dem Platz Thun. Bereits in der Vergangenheit hat sich der GBT gegen die Privatisierung staatlicher Betriebe gewehrt. Zusammen mit seinen Bündnispartnern führte der GBT den Referendumskampf gegen die Privatisierung der Energie Thun AG. Am 8.2.2009 sagten über 84 Prozent der Thunerinnen und Thuner Nein zur Privatisierung!  

 

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